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Musik zum anfassen

Published on Sunday, 24. February 2008, 20:43.
About: in eigener sache, liebeserklärung, musik, booklet


Erst vor kurzem hatte sich in einem Gespräch unter Kommilitonen die Frage gestellt, welche Form der Beschaffung und Verwaltung von Musik die erfreulichste und benutzerorientierteste ist. Sichtlich irritierte Blicke bekam ich, als ich hoffnungslos altmodisch erzählte, dass es in Fragen neuer Musik nix schöneres gäbe, als das Album seiner Wahl, als CD/LP aus den Zwängen seiner Folienverpackung zu entreißen, das Kernstück in das dafür vorgesehene Abspielgerät zu legen – also nicht das Computerlaufwerk – und die Lieder mit einem Blick in das Booklet auf sich wirken und entfalten zu lassen. Vielleicht liegt es daran, dass ich in einem recht musikinteressiertem Haus aufgewachsen bin und Musik verschiedenster Dekaden in Originalform archiviert ist. Vielleicht ist es auch einfach der etwas romantische Gedanke, dass man der Band damit etwas gutes tut und damit zumindest einen kleinen Teil davon zurück geben kann.
Mir graut es ehrlich gesagt vor dem Tage, an dem Musik nur noch als unpersönliche Datenmenge auf den Rechnern dieser Welt sein Dasein fristet. Klingt irgendwie alles ein wenig elitär und etwas weltfremd, aber: Hey Mädels, angesichts solch wunderbarer Gestaltung wie dort oben, muss ich einfach sagen, dass ich mir lieber die komplette Wohnung vollstelle, als irgendwelche PDF- und Musikdateien in einer Unmenge von Ordnern auf der Festplatte versauern lasse. ;)

Das Beispiel ist übrigens von der norwegischen Band Jr Ewing, welche sich vor 2 Jahren leider entschlossen hatten, getrennte Wege zu gehen. Die Gestaltung ist von Martin Kvamme.

10 Comments:

madmar at Monday, 25. February 2008, 18:44
oh man auf jeden. die platten/cd/tapesammlung is einfach durch nix zu ersetzten, schon gar ni durch mp3's oder vegleichbare formen. was ni heisst, das ich mich ni auch drüber freue, mitllerweile unterwegs mit meinem telefon musik hören zu können, oder wenn man irgenwo ein paar tage is, am laptop ... aber über das gefühl eines real ex gekauften tonträgers, im idealfall noch ein geil gestalteter, eh das kann nix ersetzten. und darüberhinaus sieht ne fette tonträgersammlung natürlich einfach mal geil aus im regal und macht aus jeder crackbude ne geile hütte!
stefanb, Monday, 25. February 2008, 20:41
Ja, ich hätte dazu vielleicht noch erwähnen sollen, dass ich natürlich auch unzählige Stunden damit verbringe, meine Sammlung zu digitalisieren. Die Zeiten von stoßanfälligen Discmans ist dann mittlerweile doch vorbei. Macht schon Spaß auch unterwegs auf eine große Auswahl an Mucke zurückgreifen zu können. Word.
raketentim at Thursday, 28. February 2008, 03:56
Natürlich ist es großartig, ein tolles Album auszupacken und — zusammen mit der gut gestalteten Verpackung — ein audiovisuelles Erlebnis im Ohrensessel zu genießen. Nur leider sind diese Verpackungen sehr selten. Die meisten CD-Verpackungen sehen auch heute noch genauso aus, wie die ersten vor 25 Jahren. Klarsichtplastik, schwarzes Tray, geheftetes Booklet vorn, ein bedrucktes Stück Papier hinten. Von der Ästhethik-Basis ist das ungefähr gleichauf mit den Styropor-Schalen, in denen Hackfleisch abgepackt und dann mit Frischhaltefolie umwickelt wird. Und auch Digipacks — ich meine hey, man freut sich ja schon über Digipacks — aber sind denn die Gestaltungsmöglichkeiten für Tonträger und ihre Verpackungen wirklich so gering? Die Musikindustrie verkauft mit Sicherheit die meisten CDs und das auch schon am längsten, aber die kreativen, neuen Verpackungen der Datenscheiben kommen aus anderen Bereichen wie beispielsweise House Industries.
madmar, Thursday, 28. February 2008, 15:44
hm, na am ende machts die menge ... weil ne grosse anzahl von dingen gleicher grösse, die alle unterschiedlich gestaltet sind, sieht halt immer geil aus. soll heissen, 400 cds im regal sehen einfach geil aus, selbst wenn die meisten der cds einzeln beschissen aussehen. zwar feier ich auch geile und/oder ander verpackungen, im sinne der archivierung ist ein standartisierte form natürlich von vorteil (jaja, natürlich ahst du recht und auch innerhalb deiser parameter hat man viel mehr spielraum als genutzt wird)

hinzu kommt, das wir uns hier grad bisl zu sehr an der gestaltung aufhängen, und die musik ganz vergessen, die ja der eiegntlich quell der froide beim folienentfernen sein sollte. so warte ich zb sehnsüchtig auf die bei amazon von mir bestellte neue cd von morlockk dilemma (omnipräsenz in d-moll) ... di heute rasugekommen is, aber noch ich bei mir angekommen, weil von mir erst gestern abend bestellt. und die hat kein schöne cover, trotzdem kann ichs nich erwarten das ding in der hand zu halten und die folie zu entfernen ...
stefanb, Thursday, 28. February 2008, 21:18
Zum Thema fallen mir spontan zwei Dinge ein, die mir in der Vergangenheit im Gedächtnis hängengeblieben sind.
Ich finde es beispielsweise recht interessant, dass der H.D. mal meinte, dass er ein Großteil der Alben nur nach dem Cover kauft – denn die große Kunst des Covergestaltens ist es halt, die Musik zu repräsentieren, auf sie aufmerksam zu machen und im besten Fall etwas über die Musik auf dem Silberling zu erzählen. Seine Erfolgsrate läge wohl so bei 95%, was ich schon recht erstaunlich finde. Ich muss nämlich gestehen, dass in meinem präferierten Musikgenre nicht gerade viele hochkarätige Arbeiten anzufinden sind. Würde ich nur nach dem Cover gehen, hätte ich glaube schon so einige Perlen im Plattenladen stehenlassen. ;)

Und was die verschnarchte Entwicklung von Booklets, Verpackungen und ähnlichem angeht: da fällt mir die Veröffentlichung von Beck damals ein: »the information«. Die wurde gleich mal nicht in den englischen Charts geführt, wegen unlauteren Wettbewerbs. Dabei gab es nur ein Blanko-Cover, welches mit beigelegten Stickern persönlich gestaltet werden konnte.
madmar at Friday, 29. February 2008, 10:22
haha, soeben hab ich meine neues, heute früh von amazon auf arbeit angelieferte, morlockk dilemma album "omnipotenz in d-moll" von seienr plastikfolie entfernt ... yeah geil. cover-grafik, hm naja, nich sooo der reisser, aber die mugge is hammer ... so musses sein, vorher keinen ton gehört haben, aber das album trotzdem kaufen, weil man irgendwie weiss das der typ geile scheisse macht! so, jetzt muss ich erstma so tun als würde ich arbeiten, damit ich ungestört das neue dilemma album hören kann.
xmatthiasx, Friday, 29. February 2008, 21:06
MadMar, du sollst doch während der Arbeitszeit keine Blogkommentare schreiben…
madmar at Sunday, 2. March 2008, 23:00
...hust, äh, räusper.
stefanb at Sunday, 2. March 2008, 23:46
Wie heißt denn nun das Album? Omnipräsenz oder Omnipotenz in D-Moll? ;)
madmar, Monday, 3. March 2008, 00:55
dem berndte entgeht och nüschd. es heisst "omnipotenz in d-moll" ... kleiner fehler der in der hast der vorfreude enstandt.

und dich ärger ich grad, weil ich grade eben gesehen hab, das das album bei hhv genauso viel kostet wie bei amazon, aber bei hhv gibts ein t-shirt gratis dazu ... hm, nuja, muss ichs eben zweimal kaufen und ein album verschenken.


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