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Ordnung ist die halbe Gestaltung



Ein kleiner Nachtrag für all diejenigen, die bei meinen ersten pädagogischen Gehversuchen in der vergangenen Woche noch nicht genug von Gestaltungsrastern und Typografie bekommen haben. Und natürlich auch für alle Anderen, die sich ebenfalls über etwas Ordnung auf dem Papier erfreuen können.
Massimo Vignelli, seines Zeichen einer der wichtigsten Grafikdesigner der letzten Jahrzehnte, veröffentlichte in diesen Tagen ein Buch, in welchem er kompakt seinen riesigen Erfahrungs- und Wissensschatz über Typografie und deren Anwendung mit dem interessierten Leser teilt. The Vignelli Canon präsentiert auf 96 Seiten kurz und knapp wesentliche Grundlagen der Gestaltung und kann hier kostenlos im PDF-Format heruntergeladen werden.
Wem die hervorragenden Publikationen eines Jan Tschichold oder Josef Müller-Brockmann noch nicht reichen, kann sich dank The Grid System nun auch fast täglich mit neuen Informationen zur Rasterherstellung und -gestaltung online versorgen. Über die Seite bin ich unter anderem auf diesen interessanten Artikel von Pedro Monteiro gestoßen, welcher Schritt für Schritt die Rasterkonstruktion einfach und nachvollziehbar erklärt.
Damit dürfte von nun an auch das grundlose Ausrastern (©Madmar) der Vergangenheit angehören.

Tagesaufgabe Schriftgestaltung



Für all diejenigen, denen die tägliche Dosis frischer Fonts noch zu gering ist, sollten sich unbedingt Chris Papasaderos TYPE-Projekt anschauen. Chris Papasadero, einer der kreativen Köpfe hinter dem großartigen Büro fwis, stellt sich nämlich für die einunddreißig Tage des laufenden Monats der Aufgabe, jeden Tag einen neuen Schriftsatz zu gestalten und diesen zum Download anzubieten.
In dem Projekt sind bisher sieben Arbeiten entstanden, welche trotz des eng bemessen Zeitrahmens eine interessante Bandbreite an Schriftgestaltungsmöglichkeiten demonstrieren.

Type.fwis.com is for me to test myself and see if I can design a new typeface every day for 31 days. You will be able to critique me and download an EPS of the file. This will likely end in tears and embarrassment for myself.

Nicht zu vergessen ist auch der Hinweis auf die wunderbare fwis-Sammlung verschiedenster Buchcover – super interessant und den wöchentlichen Besuch absolut wert.

Alles fließt … irgendwie

Kennt irgendjemand Fließdiagramme, die etwas besser gestaltet sind, als diese stets gleichen einfarbigen Arial-im Kasten-Optiken?
Zu schade, was alleine dadurch an Übersichtlichkeit und vor allem Ästhetik verloren geht.

12 Stunden Buchstabenmuseum



Das Berliner Buchstabenmuseum öffnet erstmals seine Tore und präsentiert am 12. Dezember 2008 für zwölf Stunden die bis heute zusammengetragenen typografischen Objekte und Buchstaben.

Ziel des Buchstabenmuseums in Berlin ist es, die Exponate nach einer angemessenen Sammelphase in repräsentativen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der einzelne Buchstabe soll dabei unabhängig vom Alphabet, wertfrei in historischer, künstlerischer, wie experimenteller Form dokumentiert werden.


Mit Rückblick auf meine Abschlussarbeit ist dieses Projekt natürlich absolut lobens- und erwähnenswert und ich hoffe, dass ich es nächste Woche nach Berlin schaffen werde.

MEgalopolis Extra



Jack Usines wunderbare Schriftenschmiede SMeltery ist allgemein für ihre typografischen Experimente und unverwechselbaren Schriftgestaltungen bekannt. In diesen Tagen hat der französische Ein-Mann-Betrieb einen neuen Freefont veröffentlicht: MEgalopolis Extra. Im praktischen Opentype-Format vorliegend, zeichnet sich der Font durch allerhand Ligaturen und Alternativ-Varianten aus. MEgalopolis Extra ist eine Überarbeitung der 2004 entstandenen Megalopolis und kann hier (zip, EULA) heruntergeladen werden.

König und Narr - Der Gestalter Kurt Weidemann

Ich glaube dies ist mein erster Fernsehtipp hier überhaupt:
Heute Nacht (0.30 Uhr) zeigt der SWR einen Film über den Stuttgarter Grafikdesigner und Typografen Kurt Weidemann.
»König und Narr - Der Gestalter Kurt Weidemann« ist ein Porträt über den wohl bekanntesten und wahrscheinlich auch polarisierendsten deutschen Gestalter überhaupt. Unbedingt anschauen!

»Filmautor Chris Schaal hat Weidemann zwei Jahre lang mit der Kamera begleitet und zeichnet in diesem liebevollen Film das Porträt eines rastlosen Weltverbesserers und Lebenshungrigen, den das Alter nicht zu stoppen, sondern eher noch zu beflügeln scheint.«

Filmplakate und Product-Placement



Das in Istanbul beheimatete Büro »Antrepo Design Industry« hat für sechs große Hollywoodproduktionen alternative Filmplakate gestaltet. Der Clou an den ausschließlich typografischen Lösungen ist die Auflistung mehr oder weniger aufdringlich untergebrachter Produkte und Logos verschiedenster Firmen in den Filmen.
Eine schöne Plakatserie, auch wenn ich den limitierten Leinwanddruck in diesem Fall mal so gar nicht mit einem klassischen Filmplakat zusammenbringen kann.
via

Reversi





Kennt noch jemand das Spiel Reversi, welches bereits am Ende des neunzehnten Jahrhunderts von Lewis Waterman entwickelte wurde?
Dieses ist mir vor einer Weile wieder einmal in die Finger geraten und verlangte im Anschluß eines kurzen – und erfolglosen – Spiels förmlich danach, es als Grundlage für eine Punkt-Schrift zu verwenden. Es gibt sicherlich schon genug solcher Matrixschriften, aber in dem Fall war mir die Handarbeit eine ganz willkommene Abwechslung um der Post-Abschluss-Depression etwas aus dem Weg zu gehen. Außerdem ist sie analog!
Auf der Grundlage einer 6×6-Matrix entwickelte ich ein Versal-Alphabet (samt Versal-ß) sowie Ziffern und Sonderzeichen, welches ihr in der Animation auszugsweise sehen könnt. Die anfängliche Euphorie eine formidabel lesbare Fließtextschrift gestaltet zu haben wich in dem Moment, als ich feststellen musste, dass die noch unbenannte »Reversi-Schrift« ihre Schönheit erst ab 300pt Minimum entfalten kann.
Einige Buchstaben sind sicherlich diskutabel, was nicht zuletzt auf das für Pixel- und Punktschriften weniger geeignete geradzahlige Raster zurückzuführen ist. Hat dennoch Spaß gemacht, was bei dieser Arbeit auch der Grundsatz für die Umsetzung war.

Zürich 2008



Die ersten Bilder meines Kurzurlaubs in Zürich sind jetzt online. In den kommenden Tagen werde ich die restlichen Fotos hochladen.

Vormgevers 2008



Hin und wieder sehe ich mich der Kritik ausgesetzt, dass ich bei der Gestaltung zu viel Zeit für die Details verbrauche, welche » … sowieso niemandem auffallen.« Ein durchaus berechtigter Hinweis, wenn es mal schnell gehen muss.
Dass ich mich bei dieser Detailverliebtheit aber in guter Gesellschaft befinde, beweist das Projekt von Mark Blamire, einer der kreativen Köpfe hinter Blanka. Er stellte sich 2006 im Rahmen der 1 an exhibition in mono der Aufgabe, eines der bekanntesten Werke des holländischen Designers Wim Crouwel neu aufzulegen. Weshalb die Herstellung der Neuauflage des Plakates für die damalige Vormgevers-Ausstellung im Stedelijk Museum Amsterdam nahezu zwei Jahre in Anspruch genommen hat, kann man in diesem interessanten Beitrag der Creative Review nachlesen.